August 21, 2025

Kernfusion: Europas Wettlauf um die Energie der Zukunft

130 Millionen Euro für ein deutsches Startup: Europa zeigt, dass es beim Rennen um die erste Fusionsenergie-Anlage mitreden kann. Doch ohne Tempo droht die Chance auf Energie-Souveränität und nachhaltige Transformation verloren zu gehen.

Von Jan Nintemann und Jochen Siegle

Kernfusion gilt als eine der großen Hoffnungen für eine sichere und saubere Energieversorgung. Im Unterschied zur Kernspaltung entstehen dabei keine langlebigen Abfälle. Damit könnte die Fusionsenergie dabei helfen, die wachsende Nachfrage nach Strom für Rechenzentren, Elektroautos und Industrie nachhaltig zu decken.

Chancen der Kernfusion: Europa forscht – USA und China investieren schneller

Das Münchner Startup Proxima Fusion hat kürzlich 130 Millionen Euro eingesammelt – die größte Summe, die je in Europa in ein privates Fusionsunternehmen geflossen ist. Ziel: Noch in den 2030er Jahren ein erstes kommerzielles Kraftwerk bauen.

Europa spielt in der Fusionsforschung eine führende Rolle. Der internationale Forschungsreaktor ITER in Frankreich ist das größte Projekt seiner Art. Doch während dort Ergebnisse erst um 2039 erwartet werden, setzen junge Firmen wie Proxima Fusion, Marcel Fusion, Gauss Fusion oder Tokamak Energy (Oxford) auf schnellere Wege.

In den USA baut Commonwealth Fusion Systems bereits an einem Reaktor, der 2026 eine positive Energiebilanz liefern soll. China investiert jedes Jahr Milliarden in eigene Projekte und will bis 2027 einen Testreaktor am Netz haben.

Gefahr für Europas Green Business

Trotz starker Grundlagenforschung fehlt in der EU ein klarer Plan zur Kommerzialisierung. Startups und Investoren warnen, dass Europa seine Führungsrolle verlieren könnte. Während Länder wie Großbritannien oder Frankreich Milliarden in Prototypen stecken, bleibt Brüssel zögerlich.
Dabei ist der Markt riesig: Wer als Erster ein funktionierendes Fusionskraftwerk baut, sichert sich nicht nur technologische, sondern auch geopolitische Vorteile. Für Europas Green Business wäre ein Rückstand fatal.

Ein Eurofighter der Fusion?

Expert:innen fordern ein gemeinsames europäisches Großprojekt – ähnlich wie beim Eurofighter. Denn nur mit gebündelten Kräften kann Europa eine eigene Lieferkette aufbauen und Abhängigkeiten von China vermeiden.
Offen bleibt dabei Experten zufolge, welche Technologie Europa priorisieren sollte: Tokamak (wie ITER und CFS), Stellarator (z. B. Proxima Fusion, Gauss Fusion) oder Laserfusion (z. B. Marvel Fusion, Focused Energy).

Diskussion bei TransformIT Europe

Auf der TransformIT Europe Messe & Konferenz 2026 wird die Frage gestellt: Kann Kernfusion wirklich ein Schlüssel für Europas nachhaltige Transformation werden? Was muss passieren, dass Europa in diesem Bereich Tempo macht, Startups unterstützt und Forschung und Industrie enger verzahnt, damit sich die Kernfusion zu einem Baustein der Greentech-Revolution entwickeln kann.

Fusionsenergie ist kein fernes Zukunftsthema mehr, sondern längst Teil der globalen Konkurrenz um Green Business. Europa muss den Schritt von der Forschung zur Umsetzung jetzt machen – sonst droht ein Rückstand, der kaum aufzuholen ist.

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