Juli 25, 2025

Heidelberg Materials testet klimafreundlichen Zement – mit europäischem Vorbildcharakter

Der Baustoff Zement verursacht rund acht Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen – mehr als der globale Flugverkehr. Der deutsche DAX-Konzern Heidelberg Materials gehört zu den größten Zementherstellern Europas und ist damit auch einer der größten Emittenten. Doch das Unternehmen will sich neu erfinden: In Brevik (Norwegen) wurde jetzt die erste industrielle CO₂-Abscheidungsanlage eines Zementwerks Europas in Betrieb genommen. Das Ziel: Emissionen einfangen, verflüssigen und sicher unter dem Meeresboden speichern.

Von Jan Nintemann und Jochen Siegle | Foto: Oliver Ulerich Unsplash 

Vorstandschef Dominik von Achten betont, dass der Umbau zur Klimaneutralität keine Ausrede für „Weiter so“ sei. Vielmehr setze man auf echte Transformation und auf Technologien, die langfristig die Emissionen senken – nicht nur kompensieren. In Brevik werden jährlich rund 400.000 Tonnen CO₂ abgeschieden und unter der Nordsee eingelagert.

CO₂-Abscheidung als Schlüssel zur Dekarbonisierung?

Die Entwicklungskosten sind hoch: 400 Millionen Euro kostete das Projekt, über 80 Prozent übernahm der norwegische Staat. Langfristig sollen solche Technologien auch wirtschaftlich tragfähig werden. Der Brevik-Zement sei bereits für das laufende Jahr ausverkauft – trotz höherem Preis. Denn für Bauherren, die CO₂ sparen wollen, ist klimafreundlicher Zement ein strategisches Bauteil.

Europa als Treiber nachhaltiger Industrie

Europa steht vor der Frage: Wie lässt sich die Industrie dekarbonisieren, ohne Wettbewerbsnachteile zu riskieren? Die CO₂-Abscheidung bietet für emissionsintensive Sektoren eine Brückentechnologie. In Deutschland ist die Technik politisch noch umstritten – doch der Druck wächst. Unternehmen wie Heidelberg Materials zeigen, dass eine klimaneutrale Industrie nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich denkbar ist.

TransformIT Europe: Plattform für nachhaltige Innovation

Der TransformIT Europe Expo- und Konferenz-Hub setzt genau hier an: Die europaweite Veranstaltung vernetzt Akteur:innen aus Industrie, Forschung, Politik und Greentech- und ClimateTech-Unternehmen. Ziel ist es, innovative Technologien sichtbar zu machen, regulatorische Debatten zu fördern und Allianzen für nachhaltige Digitalisierung zu schmieden.

Gerade bei komplexen Industrien wie der Zementproduktion braucht es europaweite Lösungen – etwa bei CO₂-Speicherung, dem Aufbau von Pipelines oder gemeinsamen Zertifikatsmodellen. TransformIT Europe bietet dafür den Austauschraum, den es jetzt dringender denn je braucht.

Digitale Lösungen für reale Probleme

Auch die Digitalisierung spielt eine zentrale Rolle: Vom digitalen CO₂-Token, den Heidelberg Materials mittlerweile anbietet bis hin zur intelligenten Steuerung von Lieferketten und Baustellenlogistik. Hier zeigt sich, wie ClimateTech und Digital Innovation ineinandergreifen können.

Fazit: Greentech braucht klare Rahmenbedingungen

Ob klimafreundlicher Beton, CO₂-Speicherung oder grüne Softwarelösungen – Europas Wirtschaft braucht einen regulatorischen Rahmen, der Transformation ermöglicht statt verhindert. Nur so können Greentech-Innovationen skalieren. Die Aufgabe ist groß – aber die Chancen für nachhaltiges Wachstum sind es auch.

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