Das Aachener Startup Voltfang hat ein ehrgeiziges Ziel: den Aufbau der größten Second-Life-Batteriefabrik Europas. Ausgediente Batterien aus Elektroautos sollen im Herzen Europas ein zweites Leben als stationäre Energiespeicher bekommen – ein Konzept, das Ressourcen schont und die Energiewende beschleunigen könnte.
Von Jan Nintemann und Jochen Siegle; Foto: Voltfang
Was vor fünf Jahren in einer Garage begann, ist inzwischen ein rasant wachsendes Greentech-Unternehmen mit rund 120 Mitarbeitenden und einer Produktionshalle von 6.000 Quadratmetern.
Vom Garagenprojekt zum Gigawatt-Ziel
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst ließ es sich nicht nehmen, die Anlage symbolisch zu eröffnen. Die Wachstumspläne sind groß: Bis 2030 will Voltfang die Produktionskapazität von aktuell 100 Megawattstunden pro Jahr auf eine Gigawattstunde verzehnfachen.
Warum Second-Life-Batterien wichtig sind
Elektroauto-Batterien verlieren mit der Zeit an Leistung – oft bleibt aber noch 70 bis 80 Prozent der Speicherkapazität erhalten. Diese Restenergie kann genutzt werden, um Strom aus Wind- und Solaranlagen zwischenzuspeichern und Netze zu stabilisieren. Damit verlängert sich die Lebensdauer der Batterien um bis zu zehn Jahre, bevor sie endgültig ins Recycling gehen.
Chancen und offene Fragen
Second-Life-Speicher gelten als Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft. Doch noch fehlen europaweit klare Rücknahme- und Sammelsysteme, die den Nachschub sichern. Auch Sicherheitsfragen sind nicht endgültig beantwortet: Wie zuverlässig sind alte Zellen im Langzeitbetrieb? Und wie groß kann die Branche tatsächlich skalieren, wenn der Strombedarf in Europa exponentiell steigt?
Europäische Perspektive: Wettbewerb und Unabhängigkeit durch Second-Life-Konzepte
Voltfang ist Teil einer wachsenden Zahl von europäischen Startups, die im globalen Rennen um Speichertechnologien mitspielen wollen. Klar ist: Batterietechnik wird zu einer geopolitischen Schlüsselressource. Wenn Europa nicht von Importen abhängig bleiben will, braucht es eigene Lösungen – von Second-Life-Konzepten über neue Technologien wie Natrium- oder Feststoffbatterien bis hin zu nachhaltigen Recyclingprozessen.
TransformIT Europe 2026: Batteriespeicher im Fokus
Genau hier setzt TransformIT Europe an: Im Mai 2026 wird die paneuropäische Greentech-Messe und -Konferenz einen zentralen Schwerpunkt auf Batteriespeicher-Technologien legen. Ziel ist es, die führenden Köpfe und Unternehmen aus ganz Europa zusammenzubringen – von Startups über Forschung bis hin zu etablierten Konzernen.
Wir laden die europäische Branche ein, dabei zu sein, sich zu vernetzen und gemeinsam Standards zu entwickeln, die Europas Wettbewerbsfähigkeit sichern und echte Unabhängigkeit schaffen.
Diskutiert gerne mit bei der TransformIT Europe 2026 (5.–8. Mai), ob Second-Life-Batterien der große Hebel für Europas Energiewende sind – oder ein Zwischenschritt auf dem Weg zu den nächsten Speicher-Generationen?
Quellen & Links