August 27, 2025

Consumer Electronics neu denken: Cradle to Cradle NGO fordert echten Wandel

Greentech goes IFA: Die Cradle to Cradle NGO fordert mit einem neuen Positionspapier die Elektronikbranche zum Umdenken auf. Linear produzierte Geräte müssen durch echte Kreislaufkonzepte ersetzt werden – ein Schlüsselthema, das auch auf der TransformIT Europe 2026 im Fokus stehen wird.

Von Jan Nintemann und Jochen Siegle; Foto: Fairphone

Zur IFA Berlin 2025 stellt die Cradle to Cradle NGO ein Papier vor, das aufzeigt, wie kreislauffähige Produkte die Unterhaltungselektronik verändern können. Ziel ist es, Geräte zu entwickeln, die nicht zu Elektroschrott werden, sondern als Rohstofflager für die Zukunft dienen. Im C2C-Jargon nennt man das „Material Health“ oder materialgesunde Produkte.

Kreislauf statt Elektroschrott

Denn noch immer sind Materialien in Smartphones, Fernsehern oder Haushaltsgeräten so fest miteinander verbunden, dass sie kaum recycelt werden können. Wertvolle Rohstoffe wie Gold, Palladium oder Kobalt gehen verloren. Die Folge: Umweltbelastungen und geopolitische Abhängigkeiten.

Das Cradle-to-Cradle-Prinzip (C2C) setzt hier an: In einer echten Kreislaufwirtschaft existiert Müll nicht. Materialien bleiben im Kreislauf, entweder biologisch oder technisch. Produkte werden modular konstruiert, lassen sich einfach zerlegen und die Materialien können wiederverwendet werden.

Auch neue Geschäftsmodelle wie Product-as-a-Service werden dadurch möglich.

Produkte ohne Müll – Zwischen Vision und Realität

Das Positionspapier setzt wichtige Impulse, bleibt aber teilweise noch visionär. Zwar existieren Pilotprojekte wie modulare Smartphones oder Recycling-Lötzinn, doch eine breite Umsetzung in der Branche ist bislang nicht in Sicht. Viele Hersteller zögern, da transparente Lieferketten und faire Standards höhere Investitionen erfordern.

Bei der kommenden TransformIT Europe 2026 in Brüssel wird Circular Economy ein zentrales Thema sein. Bereits beim Kick-off 2025 lag einer der Schwerpunkte auf Kreislaufwirtschaft – mit Experten wie Dr. Christoph Soukup vom Steinbeis Beratungszentrum Circular Economy.

Circular Economy und C2C bei TransformIT Europe 2026

Für 2026 plant das TransformIT Europe 2026 Team, zahlreiche Kreislaufwirtschafts- und Cradle-to-Cradle-Projekte zu zeigen – unter anderem mit dem „Godfather“ des Konzepts: Prof. Michael Braungart, der das C2C-Prinzip einst mitentwickelte.

Die Transformation von linearer zu zirkulärer Produktion ist kein einfacher Prozess. Sie erfordert Investitionen, neue Standards und politisches Umdenken. Doch der Druck wächst: Ressourcen werden knapper, während die Nachfrage nach Elektronik steigt.

C2C könnte der Schlüssel sein, die Branche zukunftsfähig zu machen – wenn Unternehmen, Politik und Konsumenten mitziehen.

Quellen & Links

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