August 13, 2025

Batterietechnik in Europa: „Chinas Vorsprung ist aufholbar“ – Experte fordert starkes europäisches Netzwerk

Prof. Simon Lux vom Fraunhofer FFB sieht Europa technologisch weiterhin auf Weltklasse-Niveau – ruft aber zu Kooperationen und einer geschlossenen Wertschöpfungskette auf. Einladung zur TIE – TransformIT Europe Messe inklusiv.

Von Jan Nintemann und Jochen Siegle; Foto: Zaptec, Unsplash

Der Vorsprung Chinas bei der Entwicklung und Fertigung moderner Batteriezellen ist zwar groß, aber keineswegs uneinholbar. Das betonte Prof. Simon Lux, Batterieexperte an der Universität Münster und Leiter am Fraunhofer Forschungsfertigung Batteriezelle FFB, heute im Gespräch mit auto motor und sport.

Europa könne in der Batterietechnologie nach wie vor auf exzellente Fachkräfte, jahrzehntelang aufgebautes Know-how und Weltklasse-Maschinenbau setzen. Beispiele reichen von einem westfälischen Hersteller, der Kalandriermaschinen in alle Welt exportiert, bis zu einem süddeutschen Sensorproduzenten, dessen Komponenten heute in nahezu jeder chinesischen Batteriefabrik zu finden sind.

„In puncto Technologie sind wir Europäer in vielen Bereichen nach wie vor weltweit führend – aber wir brauchen dringend ein starkes europäisches Netzwerk entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, so Lux.

Chinas strategischer Vorsprung – und Europas Chance

Chinas aktueller Vorteil resultiert aus einer klaren, ganzheitlichen Industriepolitik, die vor über 15 Jahren startete – von der Rohstoffmine bis zum fertigen Elektroauto. Besonders bei LFP-Zellen (Lithium-Eisenphosphat) kontrollieren chinesische Unternehmen inzwischen 90 % der globalen Wertschöpfungskette (Fraunhofer FFB).

Während Europa und Südkorea auf NMC-Kathoden (Nickel-Mangan-Kobalt) setzten, entwickelte China die LFP-Technologie konsequent weiter – zunächst für E-Scooter und Nutzfahrzeuge, heute auch für mittelgroße E-Fahrzeuge. Diese Chemie sei inzwischen „so günstig und gut geworden, dass sie für viele Anwendungen die beste Wahl ist“, erklärt Lux.

Bei NMC-Batteriezellen (so wie sie etwa der LKW-Hersteller MAN einsetzt) sei der Rückstand „nicht wirklich groß“, bei LFP jedoch deutlich, und bei der Festkörperbatterie schätzt Lux den Vorsprung Chinas auf drei bis fünf Jahre. Beispiele wie Xiaomis kleine Serienfertigung von Festkörperzellen zeigen, dass Europa aufholen muss – und kann.

Was Europa jetzt braucht


• Ein starkes europäisches Netzwerk von Rohstoff bis Recycling
• Gezielte Förderung für Start-ups in der kritischen Hochskalierungsphase
• Kooperationen über Ländergrenzen hinweg, um technologische Standards zu setzen
• Kapital & Unternehmergeist für den Aufbau kompletter Batteriefabriken in Europa

Experte Lux ist optimistisch: „Wir können das schaffen – wenn wir jetzt zusammenarbeiten.“

Europa-Kooperationen als Schlüssel

Gerade im Kontext von TransformIT Europe wird deutlich: Digitalisierung, Automatisierung und vernetzte Fertigung können Europas Batteriewirtschaft entscheidend stärken. Kooperationen zwischen Forschung, Industrie und Start-ups – etwa im Rahmen europäischer Förderprogramme wie IPCEI Batteries – sind der Schlüssel, um Wertschöpfungsketten in Europa zu schließen und Abhängigkeiten zu verringern.

Einladung zur TIE – TransformIT Europe Messe

Die TIE – TransformIT Europe 2026 Messe bietet die Plattform für genau diese Zusammenarbeit. Dort treffen sich Entscheider aus Industrie, Forschung und Politik, um über digitale Fertigung, grüne Technologien und europäische Supply Chains zu diskutieren.

Erleben Sie Vorträge von führenden Batterie- und Energietechnologie-Experten, vernetzen Sie sich mit europäischen Innovationspartnern und gestalten Sie die Zukunft der Energiespeicherung aktiv mit.

Jetzt anmelden: www.transformit.eu

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